31. März 2007

Stärke

Filed under: Spruch der Woche — Jung Ewig Sucht @ 17:50

Stärke erwächst nicht aus körperlicher Kraft, sondern aus einem schier unbeugsamen Willen!

30. März 2007

7. Tag

Filed under: Therapie — Jung Ewig Sucht @ 21:32

Möchte vom heutigen Therapietag eigentlich nichts schreiben sondern vielmehr versuchen zu erläutern, warum ich offensichtlich in früher Kindheit bereits das Vertrauen in meine Eltern verloren habe. Ich hatte früher extreme X-Beine und mein Vater rannte mit mir von einem Arzt zum Anderen um eine Lösung zu finden, wie meine Beine wieder gerade zu bekommen wären. Er fand Hilfe bei einem Orthopäden, der ein spezielles Schlafbrett baute auf dem ich dann ein Jahr lang jede Nacht schlafen mußte. Dabei wurde ich dann von den Fußgelenken bis hoch zur Hüfte angeschnallt, so das die Beine in eine gerade Position gezogen wurden. Ich konnte mich dabei logischerweise nicht bewegen, war 4 Jahre alt und hab das alles nicht verstanden. Ich bekam Angst vor der Dunkelheit und hab laut meiner Schwester, teilweise die Nächte durchgeschrien und nur geweint. Meine Eltern erklärten mir nur das dies so sein muß damit meine Beine gerade werden und ignorierten mein weinen meist. Hab mich völlig allein gelassen, schutzlos und bestraft gefühlt. Die Beine wurden zwar wieder gerade doch ich bekam extreme Angst vor der Dunkelheit und Schlafstörungen. Konnte nur noch unter der Bettdecke und an der Wand gekauert schlafen. Kein Körperteil durfte zu sehen sein, damit mich bloß niemand entdecken könnte um mir etwas Böses zu tun. Mit 5 Jahren bekam ich dann eine Darmverschlingung. Mir wurde gerade noch rechtzeitig der Darm leergepumpt nachdem ich vor Schmerzen in einem Kaufhaus zusammenbrach und meine Eltern mich  in die Klinik brachten. Der Arzt sagte wohl das ich 10 Minuten vor dem Tod stand. Jedenfalls mußte ich dann für 6 Wochen in dieser Klinik bleiben und wieder fühlte ich mich von meinen Eltern allein gelassen. Meine Tante sagte mir mal, das ich während dieser Zeit nicht ein Wort mit meinem Vater gesprochen habe, wenn er mich besuchen kam. An die Klinik kann ich mich so gut wie gar nicht erinnern, nur daran, das ich mich mal aus irgendeinem Grund in der Toilette eingeschlossen hatte.  Ob und wenn, was da passiert war, weiß ich nicht. Kann auch nur wieder auf eine Aussage meiner Oma und meiner Tante zurückgreifen die behaupteten, ich sei danach ein sehr verängstigtes und zurückhaltendes Kind gewesen. Kaum aus der Klinik fing ich dann auch an mir für nachts zum Schlafen Küchenmesser unter das Kopfkissen zulegen. Hatte wahnsinnige Angst im dunkeln und davor, das irgendjemand einbricht und mir  oder uns was antun will. Konnte auch nicht allein in der Wohnung bleiben. Zu Anfang hatte mich meine Mutter ein oder zwei Mal gefragt, warum ich das tue. Danach hat sie es ignoriert und die Messer morgens dann wieder in die Küche gebracht. Ich wurde älter und zu dem Messer gesellte sich noch, als ich etwa 16 Jahre alt war, eine Gaspistole und ein Baseballschläger, den ich neben das Bett stellte. Die Geschichte mit den Waffen hörte so langsam erst auf, als ich 1998 meinen Hund Kimba bekam. Bei ihm hatte ich dann irgendwann das Vertrauen, er würde mich schon warnen und beschützen, wenn etwas passieren sollte.  Naja, so jedenfalls fing das mit meinen Ängsten und dem Vertauensverlust zu meinen Eltern  an. Vertrauen in mich selbst aufbauen war dann auch schon nicht mehr möglich. Hab das meiner Bezugtherapeutin heute morgen auch so erzählt und wir werden hier noch viel tiefer rein müssen. Denn nach und nach kamen immer mehr Ängste und Probleme hinzu. Ich muß verstehen lernen was und warum das damals alles so war und warum ich wie gehandelt habe. Vorallem darf ich mir nicht für alles was geschehen ist die Schuld geben. 

29. März 2007

6. Tag

Filed under: Therapie — Jung Ewig Sucht @ 21:28

Noch aufgewühlt von gestern und einer fast schlaflosen Nacht gab es heute wieder etwas sehr aufregendes für mich. Hatte zu ersten mal Männergruppe die vom Oberarzt höchst persönlich geleitet wurde. Nach dem Vorgespräch mein erster Kontakt zu ihm. Er stellte die Frage in den Raum, was Männer wirklich brauchen. Ich hielt mich zurück, konnte die Frage für mich nicht beantworten. Von den Anderen kamen teils typische Antworten wie, ein fettes Auto, einen tollen Job, Erfolg und Anerkennung. Der Arzt erzählte dann eine kleine Geschichte über sich, seine Ausbildung und seine ersten Erfahrungen im Berufsleben. Während seiner Ausbildung und den ersten Jahren als Arzt war er sehr stark von Selbstzweifeln betroffen und glaubte nicht daran ein guter Therapeut zu sein. Er erzählte von seiner allerersten Stelle als Arzt und das sein damaliger Chef jeden Tag in sein Büro gekommen sei und ihn einfach nur fünf Minuten lang in den Arm genommen hatte. Ohne ein Wort zu reden. Ähnliches sei ihm noch in drei weiteren Kliniken, in denen er tätig war, wiederfahren. Er sei felsenfest davon überzeugt, das er aufgrund dieser Erfahrungen den Glauben an sich selbst erlangte und heute leitender Oberarzt einer guten psychosomatischen Klinik sei. Dann stellte er die Behauptung in den Raum, das das Wichtigste was Männer brauchen, Liebe, Zuneigung, Zuspruch und vorallem Vertrauen sei. Vertrauen in sich selbst und seine Mitmenschen. Nachdem er dies sagte, schaute er mich an und fragte, was ich jetzt fühlen würde. Ich sagte, ich fühle nichts und kann auch mit dem Ganzen nichts anfangen.  Und genau das sei mein Thema, entgegnete er mir daraufhin. Ich könne nicht vertrauen, weder mir noch meinen Mitmenschen. Dieser Behauptung wiedersetzte ich mich natürlich, da ich es so nicht sehe. Er machte dann mit mir eine Übung, in der die anderen Patienten mit einbezogen wurden. Ich mußte mich in die Mitte des Raumes stellen. Hinter mir ein weiterer Patient der seine Hände auf meine Schultern legen mußte. Hinter ihm standen noch drei Weitere die selbiges mit ihrem Vordermann taten. So standen wir dann einige Minuten und je länger es dauerte, je stärker wurde meine Unruhe. Ich wurde kurzatmig, mein Körper fing an zu kribbeln, die Hände wurden feucht, ich bekam Herzstiche und ich kam immer wieder ins schwanken. Der Arzt fragte wieder was wir fühlen würden. Bis auf mir sagten alle in der Reihe sie hätten ein Gefühl von Stärke, Vertrauen in den Halt der Reihe, Sicherheit und Wärme empfinden können. Ich hingegen konnte ausser der immer Stärker werdenen Unruhe und Nervosität nichts fühlen.  Daraufhin stellte er mir Fragen zu meiner Kindheit und zu meinen Eltern. Wir stellten fest, das ich bereits im Alter von 4 oder 5 Jahren aufgehört habe meinen Eltern zu vertrauen. Sehr wahrscheinlich aufgrund zweier für mich schwerwiegender Erlebnisse. Näher möchte ich allerdings nicht drauf eingehen.  Wenngleich die Sitzung sehr anstrengend für mich war ging sie zu schnell vorüber, denn es scheint wirklich ein großes Thema für mich zu sein. Je mehr ich darüber nachdenke, je klarer wird mir das auch. Muß das Thema dringend auch mal in der Einzeltherapie ansprechen. 

28. März 2007

5. Tag

Filed under: Therapie — Jung Ewig Sucht @ 20:19

Ich werde mich heute sehr kurz fassen, da ich wahnsinnige Kopfschmerzen habe und total kaputt bin. Bin erst eine halbe Stunde zuhause, wir hatten heute bis 19 Uhr Therapie. In der Problemlösegruppe war ich heute Thema und hab 1,5 Stunden Fragen beantworten und über mich reden müssen. Vorwiegend mit dem Therapeuten, der extrem provokant und bohrend auftrat. Mußte mit mir kämpfen um nicht völlig auf Abwehr umzuschalten und dicht zu machen. Worum es ging möchte ich jetzt gar nicht näher beschreiben.  Ich bekam jedenfalls das Gefühl er nimmt mich nicht ernst und kam  mir verarscht vor. War natürlich nicht der Fall sondern seine Art, gewisse Dinge aus mir raus zu holen. Diese 1,5 Std und auch der Rest des Tages hatten es in sich. Haben mich innerlich sehr aufgewühlt. Spätestens jetzt wird mir ganz deutlich, das da ein langer und schwieriger Weg vor mir liegt.     

27. März 2007

4. Tag

Filed under: Therapie — Jung Ewig Sucht @ 20:07

Bin heute mit einem guten Gefühl in die Klinik gefahren und glaube, langsam etwas aufzutauen. Hab das der Gruppe auch in der Befindlichkeitssitzung mitgeteilt. Los gings dann heute morgen mit meiner ersten Ergotherapiesitzung. Hab mich für Tonarbeit entschieden und versuche jetzt ein Gefäß zu erstellen. Du sitzt 1,5 Stunden und arbeitest an irgendwelchen Dingen, während der leitende Therapeut das Geschehen einfach nur beobachtet oder hier und da mal eine Hilfestellung gibt. Mir ist noch nicht klar wofür diese Therapieform gut sein soll. Aber ich will nicht wieder gleich so ungeduldig sein. Desweiteren war ich noch in der Depressionsgruppe. Thema war hier die Funktion und Wirkungsweise von Psychopharmaka, sowie das Verhalten in einer Depression. Der leitende Arzt hielt hier einen Vortrag, welchen ich sehr interessant fand. Man hat bei mir zwar nach jeder Therapie u.a. immer wieder eine schwere Depression diagnostiziert, aber wirklich etwas anfangen konnte ich damit nicht. Für mich ist und war mein Verhalten immer normal, da ich es ja gar nicht anders kenne. Hier soll ich jetzt lernen ganz bewußt zu erkennen wenn ich mich depressiv verhalte oder mich in einer Depression befinde und auch, wie ich mich dann aus dieser Situation wieder herausholen kann. Dafür muß ich aber zunächst begreifen und akzeptieren, das ich depressiv bin. Ab morgen geht bei mir auch die medikamentöse Unterstützung los. Ich soll täglich 10mg Cipralex nehmen. Da ich dem Ganzen immer noch skeptisch gegenüberstehe, werde ich mir die Nebenwirkungen im Beipackzettel nicht durchlesen. Sonst drück ich mich vermutlich doch noch vor der Einnahme. Soll aber auf alle Fälle ein leichtes Medikament aus der Gruppe der Selektiven-Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sein und stimmungsaufhellend wirken. Hab mit sowas noch keine Erfahrungen gemacht und laß mich jetzt einfach mal überraschen.    

26. März 2007

3. Tag

Filed under: Therapie — Jung Ewig Sucht @ 19:54

Der dritte Tag ist vorbei und ich spüre deutlich, wie ich die Anderen meide und mich zurück ziehe. Fahre absolut den introvertierten Film und es macht mich wütend. Wütend auf mich selbst, da ich genau weiß, das ich so keinen Schritt vorwärts komme und mir die Zeit davon läuft. Einer von den Patienten sprach mich in der Mittagspause gezielt auf meine Flucht an und sagte, das die Anderen mir gegenüber stark verunsichert seien und mein Verhalten von manchem als Arroganz eingestuft wird. Ich sagte ihm, das ich mir dessen sehr bewußt bin und mit mir kämpfe, meinen Panzer abzulegen.  Es tat gut von ihm zu hören, das es für mich keinen Grund gibt irgendeine Schutzmauer aufzubauen, denn alle hier sind aus den mehr oder weniger gleichen Gründen da und niemand wird mich aufgrund meiner Probleme verurteilen. In der Befindlichkeitsrunde am Nachmittag konnte ich meine Wut über mein eigenes Verhalten dann auch zum Ausdruck bringen und bat die Gruppe, mich nicht vorab als arrogant abzustempeln. Ich hoffe das jetzt langsam der Knoten bei mir platzt. Ansonsten hatte ich heute meine erste Sitzung in der Problemlösegruppe. Hier sitzen wir im kleineren Kreis zusammen und jeder hat die Möglichkeit, ein für ihn akutes Problem zu schildern. Die Gruppe entscheidet dann, über welches dieser Probleme in der Sitzung gesprochen wird. Ich konnte natürlich kein Problem benennen, war ja klar :-(. So wurde dann über das Ernährungsproblem einer Patientin gesprochen, die ihren Kummer und ihre Sorgen förmlich in sich hinein frißt und unter extremem Übergewicht leidet. In der Gruppe wurden gemeinsam die Gründe für dieses Eßverhalten erörtert und ihr wurden Hilfestellungen gegeben, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten bzw. sich von der zwanghaften esserei abhalten kann. Da ich zu dem Thema nichts beigetragen hatte, sprach mich die leitende Therapeutin zum Ende hin gezielt nach meiner Meinung an. Ich schilderte ihr und den Anderen dann halt, das mein Eßverhalten eher in die gegensätzliche Richtung geht und ich mir Nahrung verweigere. Die Patientin versucht sich mit ihrer Nahrungsaufnahme etwas gutes zu tun. Sie nutzt diese als Ersatzbefriedigung für andere Bedürfnisse, die aber nicht erfüllt werden. Ich tue das hingegen aus Selbstkontrolle und um mir weh zu tun. Für ein Versagen in meinen Augen auf anderen Gebieten, bestrafe ich mich mit Nahrungsentzug. Denn mein Körper, den ich hasse, ist das Einzige was ich kontrollieren kann. Über ihn hab ich Macht und hier bin ich fähig etwas zu leisten. Nämlich jedes Gewicht zu erreichen, das ich mir in den Kopf gesetzt habe. Ich sagte dann aber noch, das ich dieses Problem weitestgehend in den Griff bekommen habe und nur noch selten einen leichten Rückfall erleide. Nach dieser Sitzung hatte ich noch ein Einzelgespräch mit derselben Therapeutin. Hier bedankte sie sich nochmal für meinen Beitrag und sagte, das sie fest davon überzeugt sei, ich könne für die anderen Patienten eine wichtige und kompetente Hilfe sein. Ich wiedersprach ihr mit dem Argument, regelmäßig an meinen eigenen Problemen zu scheitern und das es mir aus dem Grund nicht zu steht, den Anderen kluge Tips oder Ratschläge zu geben. Darum gehe es nicht sagte sie, sondern viel mehr darum das ich in der Lage seie, meine Probleme klar und deutlich zu formulieren und sogar zu analysieren, womit ich vielen anderen hier voraus wäre. Wenn ich es zuließe würden sich sicher viele auch außerhalb der Sitzungen an mich wenden und sich mir anvertrauen. Ich weiß nicht was sie damit meint und wie sie darauf kommt. Inwiefern bin ich dann eine Hilfe für die Anderen? Hilfe zur Selbsthilfe? Wie kann sie mich nach 2 Einzelgesprächen und den einem Beitrag heute in der Gruppe so einschätzen? Vieleicht werde ich sie im nächsten Einzel daraufhin nochmal ansprechen. Muß jetzt noch einige Hausaufgaben bewältigen die sie mir aufgetragen hat und dann wirds auch schon wieder Zeit fürs Bett. Hoffe Euch geht es gut. Bis bald.  

25. März 2007

Heute Nachmittag

Filed under: Freunde — Jung Ewig Sucht @ 12:37

treffe ich mich mit Henning und Ulli im Duisburger Innenhafen. Die Beiden haben mich und Stefan, das ist Ulli’s Bruder und sein Trauzeuge zum Essen eingeladen. Der Hochzeitstermin steht wohl jetzt fest für den 01. Juni und wir werden uns über die Organisation und den Ablauf der Feier unterhalten. Hab ihnen am Telefon schon gesagt das ich sehr wahrscheinlich bis Ende Mai in der Therapie bin und nicht weiß, inwieweit ich mich in die Planungen einbringen kann. Das ist für sie überhaupt kein Thema und ich soll mir darüber auch keinen Kopf machen. Wichtiger sei, das ich mein Leben in den Griff bekomme dafür und hätten sie vollstes Verständnis. Die Hauptsache wäre, das ich an ihrem großen Tag dabei sein und mit ihnen gemeinsam feiern kann. Werde für mich aber zusehen, das ich so weit es geht an dem guten gelingen der Feier mitwirken kann.  

24. März 2007

Nach langer

Filed under: Liebesleben — Jung Ewig Sucht @ 21:04

Zeit habe ich heute endlich mal wieder fast einen ganzen Tag mit Tanja verbracht. Sie hat es alles andere als leicht mit mir und ich könnte verstehen, wenn sie irgendwann keine Kraft mehr hat weiter in unsere Beziehung zu investieren. Nach dem Sport heute morgen habe ich sie abgeholt und wir sind dann gemeinsam nach Düsseldorf gefahren. Waren stundenlang shoppen, sind am Rhein spazieren gegangen und dann habe ich sie noch zum essen eingeladen. Natürlich haben wir auch über uns gesprochen und sie hat mir deutlich gemacht, wie schwer die momentane Situation zwischen uns für sie ist. Ihr fehlt Nähe, Geborgenheit und vorallem auch, das wir mehr Zeit miteinander verbringen. Kann das alles nachvollziehen und es tut mir unendlich leid, sie so zu verletzen. Bin nicht in der Lage ihre Gefühle zu erwiedern, geschweige denn überhaupt solche Gefühle zu entwickeln. Kann ihr all das was ihr fehlt einfach nicht geben. Warum das so ist, weiß ich einfach nicht. Sie ist so ein toller, lieber und verständnisvoller Mensch und ich bin drauf und dran es kaputt zu machen. Trotz unserer teilweise ernsten und auch traurigen Gespräche, war es für uns Beide insgesamt aber ein schöner Tag den wir gemeinsam sehr genossen haben. Hier sollte ich mich wohl an die Frauenlogik vor Wochen halten. Scherz!

23. März 2007

2. Tag

Filed under: Therapie — Jung Ewig Sucht @ 21:10

Hab die letzte Nacht so gut wie kein Auge zu gemacht, so sehr hat mich mein erster Tag beschäftigt. Versteh nicht wieso mir das alles so eine Panik machen kann. Mußte wirklich damit kämpfen heut wieder hin zu fahren und das Ganze nicht einfach sein zu lassen. Aber mit weglaufen ist mir nicht geholfen. Hab mich letztlich dazu gebracht weiter zu machen und durch zu halten bis zum Schluß. Allerdings brachte mich meine Nervosität dazu, heute morgen völlig in Negativ-Gedanken versunken den falschen Bus zu betreten. Wie blöd muß man sein? Naja, kam dann gleich mal am zweiten Tag etwa eine Stunde zu spät und hab die morgendliche Befindungssitzung verpasst (war nicht böse drum). Hab dann meinen Tagesstundenplan bekommen und freudig festgestellt, das  heute nur Erstgespräche mit dem Ergotherapeuten und der Sporttherapeutin, sowie EKG, Blutabnahme und Rückengymnastik anlagen. Die wollten mir wohl noch einen Schontag gönnen :-). Ich war wirklich froh darum, denn Einzelgespräche fallen mir bedeutend leichter. Finde schön das ich 2x die Woche auch Sportgruppe habe, wo es mal nicht um die Problemwälzung geht sondern einfach nur um die gesunde Bewegung und die Möglichkeit, mal für 1-2 Stunden abzuschalten. In der Ergotherapie werde ich mit kreativien Tätigkeiten konfrontiert. Zum Beispiel, Korbflechten, Seidenmalerei, Töpfern etc. Sowas kenne ich noch nicht und weiß aber auch nicht, was ich davon halten soll. Naja, wofür das gut ist bzw. was damit erreicht werden soll, sehe ich ja dann.  Den Anderen gegenüber war ich heute leider nicht aufgeschlossener als gestern. Spüre wie ich mich zurück ziehe, eine Mauer aufbaue und niemanden an mich ran lasse. Damit mache ich es ihnen sicher nicht leicht mit mir in Kontakt zu treten, selbst wenn sie es wollten. Wirke sicher auch wieder sehr arrogant und abweisend. Ich weiß das es schlecht für mich und natürlich auch für alle anderen ist aber zur Zeit haben mich die Ängste noch zu sehr im Griff. Ich versuche die totale Kontrolle über mich zu bewahren. Hab mir aber fest vorgenommen nächste Woche einen Schritt auf die Leute zu zu gehen. Einen positiven Lichtblick gab es dann heute aber doch noch. Habe es in der Befindlichkeitssitzung am Nachmittag zumindest geschafft den Anderen zu sagen, aus welchen Gründen ich in die Klinik gekommen bin und was ich für mich hoffe, erreichen zu können.  Verspüre jetzt schon eine kleine Erleichterung. Step by Step! Wünsche Euch allen ein schönes Wochenende. 

22. März 2007

1. Tag

Filed under: Therapie — Jung Ewig Sucht @ 19:38

Meinen ersten Tag habe ich hinter mich gebracht und muß sagen ich bin ziemlich geschafft, noch nervöser als schon zuvor und hab auch Angst morgen wieder hin zu gehen. Aber ich kenne dieses Gefühl aus meinen ersten beiden Klinikbesuchen und weiß, ich brauche mindestens eine Woche um dort überhaupt erstmal anzukommen. Im Grunde ist heute auch gar nicht viel gelaufen. Habe meine Bezugstherapeutin kennengelernt und ein Erstgespräch geführt, bin körperlich untersucht worden, mir wurde die Einrichtung gezeigt und ich habe jede Menge Anamneseformulare bekommen, die ich bis Montag ausfüllen muß. Desweiteren habe ich einen Wochenstundenplan erhalten der auch für alle Anderen gültig ist. Dieser wird durch einen speziell auf den Patienten abgestimmten Tagesplan ersetzt, den jeder von uns am entsprechenden Behandlungstag gleich morgens erhält. Es sind insgesamt etwa 40 Patienten in der Einrichtung und ich habs grad mal geschafft mit zweien ins Gespräch zu kommen. Habe unheimlich Probleme damit auf mir fremde Menschen zu zu gehen und bekomme kaum ein Wort über die Lippen. Es gibt einen großen Aufenthaltsraum in dem sich alle aufhalten können wenn keine Sitzungen sind und in dem auch mittags gegessen wird. Das Essen wird durch eine Cateringfirma in großen Behälten angeliefert und dann holt sich halt jeder das ,was er gern essen will selbst. Was hab ich gemacht? Hab mich in eine Ecke des Raumes gesetzt und mich nicht getraut aufzustehen um mir meine Essen zu holen. Es könnte mich ja wer anstarren und über mich reden. Was ich damit eigentlich sagen will ist, das jetzt grade wieder Probleme von mir hochkommen, von denen ich dachte sie einigermaßen im Griff zu haben. Das Schlimmste für mich war aber die sogenannte Befindungssitzung, die als erstes morgens um 9 Uhr und dann nochmal um 16 Uhr stattfindet. Hier sitzen dann alle 40 Patienten + Therapeut in einem Kreis zusammen und jeder muß etwas über sich und sein derzeitiges Befinden sagen. Das war die Hölle für mich. Habe große Probleme mich mit vielen Menschen in einem relativ kleinen Raum aufzuhalten und dann auch noch vor so einer Gruppe etwas zu sagen……..! Konnte lediglich meinen Namen und mein Alter nennen, mehr kam einfach nicht raus. Das bereitet mir eine wahnsinns Angst. Mein ganzer Körper fing an zu kribbeln und ich bekam tierische Herzstische. Diese Sitzung in der Vollversammlung findet 2x täglich statt und allein der Gedanke daran versetzt mich in Panik.  Dazu kommen dann noch diverse andere Gruppengespräche, die für mich aber erst ab morgen beginnen. Ich hoffe sehr das ich mich bald reinfinde und es mir gelingt, mich zu öffenen. Meine Bezugstherapeutin hat mir auch noch gesagt, das meine Therapie  8 Wochen dauern wird. Ich bin eher von 4  plus eventuell 2 Wochen Verlängerung ausgegangen, was auch eigentlich so üblich ist. Werd morgen meinen Chef darüber informieren müssen. Mehr kann ich Euch zu dem heutigen Tag nicht sagen. Warten wir ab ob die nächsten Tage von meinem Gefühl her besser verlaufen und die Ängste ein wenig nachlassen.

P.S. Bitte seht mir nach wenn ich momentan etwas weniger bei Euch vorbeischaue und kommtentiere. Denke diese Sache wird mir schon einiges an Kraft abverlangen und ich werde Abends dann ziemlich leer sein. Versuche aber zumindest hier täglich zu schreiben. LG J-E-S